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Tremalzo
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Ein paar Tage nach Ostern 2002. Glück, wenn die Partnerin gerade unpässlich ist und mich netterweise an den Ledrosee bringt. Die klassische Variante über die alte Straße vom Gardasee hinauf ist ja leider derzeit nicht möglich und die Hustentour durch den gesperrten Tunnel ist sicherlich auch nicht jedermanns Sache. Jedenfalls steige ich am Ende des Ledrosees aufs Bike und Rolle erst mal knapp 9,5 km flach bis Calchera zum Abzweig Richtung Tremalzo scharf nach links.
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Jetzt geht’s recht zügig bergan. Gleichmäßig steigt die geteerte Passstraße die nächsten gut 13 km um knapp 1000 m an. Ganz allmählich lassen wir das milde Klima des Ledrosee hinter uns, klettern durch grüne Berglandschaften. Lassen erst den Wald unter uns bevor ab dem Ort Tremalzo ganz langsam auch der Latschenbewuchs dünner wird. Hier oben empfängt uns üblicherweise auch der Wind, häufig ein kalter. Besorgt geht der Blick nach oben - schneits heut noch? Die warme Suppe und der Tee im Rifugio Garda wecken die Lebensgeister wieder. Wir sind heute nur zu fünft. Herrlich - keine Spur vom üblichen Auftrieb der Bergabradler, die bis hierhin mit einem der vielen Shuttlebusse vom Gardasee heraufkutschiert werden. Sind wohl alle noch daheim auf der Couch. Egal - erst mal die Auffahrt zum Tunnel und ein paar Meter durch den Schnee stapfen.
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Nach dem Tremalzo Tunnel wechselt das Wetter. Es ist fast, wie wenn man aus dem Flugzeug steigt und sich plötzlich im warmen wieder findet. Eben noch kalt, windig, rau, bietet sich uns nun der Blick, für den der Tremalzo berühmt ist: wilde, sommerliche Gardaseeberge, heute noch kontrastiert durch die letzten Schneereste des ausgehenden Winters.
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Wir folgen dem Weg Nr. 224. Knapp 8 km driften wir hinunter. Die ersten Kehren verlangen noch zusätzliche Aufmerksamkeit beim Rutsch über die Schneereste. Dann gehts durch feinsten Schotter - für schmale Reifen auch ekligsten Schotter - weiter. Es bleibt kaum Zeit, die herrliche Gegend zu bestaunen, zu sehr konzentrieren wir uns auf die Anbremspunkte. Dabei sollte durchaus ein gewisser Respekt vor den gelegentlichen Abgründen neben der Kurve bewahrt werden.
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Am Passo Nota könnten wir die Passstraße hinunter nach Vesio nehmen oder gar die Kamikaze Route über den Monte Carone. Ein Kollege verlässt uns Richtung Ledrosee. Wir entscheiden uns für die Genusstour entlang des westlichen Rückens über dem Valle di Bondo. Am Ende der Passstrasse nehmen wir den Weg Nr.121, den wir nach wenigen Kilometern zum Weg Nr. 102 verlassen. Eine schier endlose Bergabfahrt über die 104 und 106 liegt vor uns. Nicht ganz so schotterig, nicht ganz so steil und mit weniger engen Kehren bleibt nun endlich die Muße, um die Landschaft zu genießen.
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Am Ende des Rückens bietet sich uns ein überwältigender Anblick: rechts ganz tief unter uns Vesio und links, ganz da hinten, der Gardasee. Jetzt ist hinunter nach Vesio wieder volle Konzentration gefragt. Von Kehre zu Kehre fliegen wir hinab.
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Mit Topspeed nehmen wir noch die Teerstraße hinunter nach Limone unter die Reifen. Tief über den Lenker geduckt landen wir am See, baden die müden Füße oder strecken sie lang unter den Tisch einer Gelateria.
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Auf den Schachen
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